Das Mac-Mahon-System

 

Das Mac-Mahon-System ist der in Deutschland am häufigsten zur Anwendung kommende Turniermodus. Er hat sich spätestens mit den seit 2008 aufgekommenen Eintagesturnieren etabliert, weil er als guter Kompromiss zwischen der Forderung nach interessanten Partien (zwischen annähernd gleich starken Gegnern) einerseits und einer fairen Endplatzierung bei geringer Rundenzahl (vier bis fünf bei Eintagesturnieren) andererseits gilt. Das Mac-Mahon-System kam auch beim World Open Shogi Championship 2011 in Ludwigshafen zur Anwendung.


Die Anzahl der Runden wird vor dem Turnier festgelegt, jeder Teilnehmer nimmt grundsätzlich an allen Runden teil (bei einer ungeraden Anzahl von Teilnehmern setzen einzelne Mitspieler einmalig eine Runde aus, freiwilliges Aussetzen ist ebenfalls möglich).


Für jeden Teilnehmer wird eine Punktzahl geführt, die sich zu Beginn nach der Stärke des jeweiligen Teilnehmers richtet. Im Verlauf des Turniers erhöht sich diese Punktzahl um jeweils einen Punkt nach jedem Sieg bzw. einen halben Punkt nach einem Unentschieden. Der Spieler mit Freilos erhält einen vollen Punkt. Wer dagegen freiwillig eine Runde aussetzt, erhält keinen Punkt.


In jeder Runde werden die einzelnen Begegnungen so ausgelost, dass möglichst Teilnehmer gleicher Punktzahl aufeinandertreffen. Das Gesamtergebnis des Turniers ergibt sich durch die Punktzahlen nach der letzten Runde. Bei Punktgleichheit entscheidet eine Zweit- und ggf. Drittwertung über die Platzierung. Dies kann beispielsweise die Summe der von den Gegnern erzielten Punkte eines Spielers oder auch der direkte Vergleich zweier Spieler sein (falls sie gegeneinander gespielt haben).


Bei der Vergabe der Punkte vor der ersten Runde, werden die Spieler in n (üblicherweise zwei bis fünf, abhängig von Teilnehmerzahl und Spielstärkeverteilung) sog. Mac-Mahon-Gruppen eingeteilt. Die Gruppe der schwächsten Spieler erhält null Punkte, die Spieler der stärksten Gruppe erhalten n-1 Punkte.


Die Einteilung erfolgt nach ELO-Zahlen. Liegt eine solche nicht vor, nimmt der Turnierleiter in Absprache mit dem Teilnehmer eine Einteilung vor. Dabei berücksichtigt er beispielsweise einen vorhandenen japanischen Rang, aktuelle Wertungszahlen von Shogiservern, berichtete Spielerfahrung mit bekannten Gegnern, Alter, Spielstärke im Schach u.s.w.


Oft gibt es bei Turnieren Preise nicht nur für die insgesamt Bestplatzierten, sondern auch „Ratingpreise“ für die Bestplatzierten der jeweiligen Mac-Mahon-Gruppen.

 

Siehe auch Mac-Mahon-System bei Wikipedia.

 

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Shogi ist japanisches Schach. Näheres in unserer Einführung.